Montag, 9. Januar 2012

Inselumrundung, der König von Galoa und andere neue Erkenntnisse

Am 05.01.2012 wurde von zwei vagemutigen Deutschen die Welt umrundet! Pardon Galoa J in einer Nussschale, genannt Kanu, haben wir uns gegen 11 Uhr auf den Weg gemacht, neue Ufer zu erreichen! Die Idee kam ganz spontan und es war wirklich ein super Ereignis, auch wenn ich etwas Bedenken hatte wegen eines erneuten Sonnenbrandes, der aber zum Glück ausblieb. Am Werk merkten wir ungefähr ab 1/3 des Weges, dass wir doch lieber andersherum gefahren wären. Die Brandung ließ uns fast zurücktreiben, obwohl wir zu zweit mit aller Kraft drückten. Am Ende unserer Kräfte schafften wir es dann doch und wurden mit traumhaften Aussichten belohnt. Der Tag ging also in die Geschichte ein, als zwei Ossis Galoa umrundeten :D.
Während der Zeit waren auch wieder Gäste auf unserem Grundstück. Luke und Alysan aus Chicago. Sie hatten die letzten beiden Jahre auf Hawaii gearbeitet und planen nun eine Weltreise, beginnend in Fidschi, weiter nach Neuseeland, nach Kambodscha und Thailand hinüber nach Europa. Mit ihnen hatten wir auch unsere Kavasessions. Alysan ist auch gleich nach 3 Runden ausgeknockt, sie hat das Zeug nicht vertragen. Luke hat dann tapfer weiter durchgehalten, war aber auch mehr am Würgen. Respekt, wie sie sich einbringen wollen, leider war es den Dörflern, die hinübergekommen sind, und Bais Familie nicht genug. Mit meinem gebrochenen Fidschikenntnissen verstehe ich mittlerweile etwas von dem was sie sagen. Am nächsten Tag wurde sich nur lustig gemacht, was für Schwächlinge die Beiden sind. Leider wurde schon an dem Abend nicht mit Luke geredet und er missachtet, zum Glück hat sich Steve erbarmt und mit ihm geredet, ich musste Kava servieren.
Die nächsten beiden Tage war dann landunter angesagt. Eine Nacht habe ich bei Brenton übernachtet, aufgrund des schlimmen Wetters und fehlender Taschenlampe. Ich dachte wir fliegen mit dem Haus weg, so schlimm war es. Am nächsten Tag ging dieses Wetter dann weiter. Mir wurde aber von Maria und Bai gesagt, dass dies perfektes Wetter wäre, um in den Garten zu gehen. Ich fragte dann warum sie nicht gehen: zu viel Regen war die Antwort… Ok. Dann sagte ich, brauch ich ja nicht zu gehen, doch es ist ja perfektes Wetter für den Garten… Häh????? Hallo, rede ich chinesisch? Ok Was kann man denn noch an so wunderschönen Monsunregentagen machen? Bai: Geht doch, wie Jonis (ehemaliger Freiwilliger), Tauchen, Schnorcheln, Angeln oder trinkt Kava, der beste Weg! Ich denke nur, will er mich töten? Tauchen, Schnorcheln, Angeln etc. ein Blitz und ich bin tot! Ausserdem sieht man nichts durch die aufgewühlte See.
Zum Kava: Ich war 3 Wochen am Stück jeden Tag für Stunden Kava trinken. Ich machte einen Tag Pause und wir wurden gleich abgestempelt, wir mögen keinen Kava. Danach wurden wir zum Kava gezwungen, weil wir sonst die Kultur nicht achten. Ich denke nur Fuck up man!
Bai ist nur noch am herumkommandieren und behandelt uns wie Hunde.
Der Gipfel war dann am Sonntag, gestern. Brenton lädt uns zum Fussball spielen ein. Bai kommt vorbei und verbietet uns dergleichen und ist sehr sauer mit uns. Um ersteinmal klar zu machen: das ist so, als würde in Deutschland ein Nachbar zu euch kommt und sagen „hört auf Fussball zu spielen, es ist Sonntag“! Oder um in der Kultur zu bleiben, Bai geht in das Dorf und verbietet ihnen Kava. Er hat keinerlei Recht an diesem Ort, weil uns der Landbesitzer erlaubt hat, dies mit ihm zu tun. Darüberhinaus wussten wir nicht einmal, dass Sport und Spiel und Spass am Wochenende verboten ist. Zumal auch alle anderen Spass hatten, unsere amateurhaften Versuche zu beobachten.
Auch Don, der Enkel des Königs von Fidschi, der hier wohnt und von allen nicht respektiert wird, sagte uns es ist erlaubt hier zu spielen. Das Dorfgesetz gilt hier nicht und das wissen alle, Bai wollte nur seine Macht zeigen.
Heute ist dann endgültig die Bombe geplatzt. Wir wollten mit ihm reden und unseren Frust von der Seele reden, was seit seiner Rückkehr alles schief läuft. Leider hat er uns geweckt und ist uns zuvorgekommen, zum Glück hatten wir schon alles vorbereitet. Das Ergebnis ist nun, dass wir nicht mehr seine Söhne sind und er uns nichts mehr erklärt. Er drohte uns auch offen, dass dies Konsequenzen für uns haben wird. Es ist leider traurig, dass ein Mann so viel Macht hier hat, oder denkt so viel Macht zu haben. Wir respektieren hier jeden, aber er sollte als unser Mentor auch uns respektieren. Leider kann man ihm auch nichts erklären, da er uns mit der Kulturkeule gesagt hat, dass Jüngere Menschen Älteren keine Widerworte geben dürfen. Wir sind immer noch Deutsche und haben eine eigene Kultur und einen eigenen Willen. Wir sind nicht seine Haussklaven. Mal sehen, was die nächsten Tage bringen.
Zum Glück gibt es hier auch andere Menschen auf der Insel zu denen wir kommen können und mit denen wir reden können.
Wünscht uns Glück, dass wir auch diesen Storm überstehen werden!

P.S. Ich lese alle eure Kommentare und ich bedanke mich dafür, aufgrund der derzeitig langsamen Verbindung, kann ich leider nicht darauf eingehen. Aber soviel, Flik Flik dachte ich war am Besten mit den Videos zu erklären. Bier gibt es hier leider nicht daher kann ich auch nicht irgendwohin fahren L in Deutschland werde ich aber sicherlich wieder einem kühlen tropfen nicht abgeneiget sein J.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen